Cashflow


Heute widme ich mir einer Kennzahl, welche ich in jungen Finanzjahren noch nicht verstanden habe – dem Cashflow. Wie ich durch meine Börsengeschäfte erfahren habe, ist dieser ziemlich wichtig. Das Umfeld einer Unternehmung kann sich schnell verändern, deshalb ist es wichtig beurteilen zu können, wieviel Geld aus der Betriebstätigkeit eigentlich in der Kasse bleibt.

Es gibt zwei verschiedene Berechnungsmodelle, die direkte und indirekte:

 

Cashflow direkte Methode

Ergebnis laut Erfolgsrechnung
+ Abschreibungen
+- Veränderung Rückstellungen
+ Verluste/Gewinne aus Anlagenabgang
+- Veränderung Forderungen, Vorräte usw.
+- Veränderung Kreditoren usw.
Cashflow aus operativem Geschäft

+ Einzahlungen aus Anlageabgängen
– Auszahlungen für Anlageinvestitionen
Cashflow aus Investitionstätigkeit

+ Einzahlungen aus Zuführung Eigenkapital
– Auszahlungen an Eigentümer
+ Einzahlungen aus Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten
– Rückzahlungen von Finanzverbindlichkeiten
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Vorjahresbestand Flüssige MIttel
Summe aus den drei Positionen
Endjahresbestand Flüssige Mittel

 

Cashflow indirekte Methode

Jahresergebnis
+ Abschreibungen
+- Veränderung langfristige Rückstellungen
Brutto-Cashflow

– Steuern
– Eigenkapitalentnahmen
+- Rücklagenzuführung oder Auflösung
Netto-Cashflow

– Investitionen
+ Deinvestitionen
Free-Cashflow

Der Free Cashflow ist der frei verfügbare Cashflow. Er verdeutlicht, wie viel Geld für die Dividenden der Anteilseigner und/oder für eine allfällige Rückführung der Fremdfinanzierung verbleibt. Das Ausmass des nachhaltigen Free Cashflows ist für Finanzierungsinstitute ein Indikator für die Rückzahlungsfähigkeit von Krediten und wird deshalb oft als Berechnungsgrundlage der Finanzierungskapazität verwendet.

 

Anwendung in der Unternehmensbewertung

Ich bevorzuge klar die direkte Cashflow Darstellungsweise. Diese wird im amerikanischen Raum gebraucht und auf den wichtigen Investmentplattformen wie nasdaq.com jeweils mitgeliefert. Man sieht schnell wie sich die drei Säulen Operativ, Investition und Finanztätigkeit entwickelt haben. Bei Firmen mit hohen Schulden welche in absehbarer Zeit zurückbezahlt werden müssen ist es wichtig, dass das operative Geschäft genügend abwirft. Ausserdem sind die Zahlen auch bei jüngeren Unternehmen oder Firmen aus dem Pharmabereich wichtig. Diese laufen schneller out of money und man kann abschätzen, wann die nächste Aktienkapitalerhöhung fällig ist. Man sollte ausserdem vorsichtig sein, wenn zwar alle Finanzkennzahlen gut sind, jedoch nichts mehr an Investitionen vorgenommen wird. Schliesslich sind es diese, welche zukünftige Gewinnsteigerungen bringen werden.

Neben der Analyse von Bilanz- und Erfolgsrechnung gilt eine eingehende Studie der Cashflow Rechnung zu jedem seriösen Investitionsentscheid dazu.

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