Financial Leadership – Aufgaben des CFO


Financial Leadership ist mehr als Effizienzsteigerung im Bereich Finanzen: Der CFO ist heutzutage zuständig für die Erschaffung von Wettbewerbsvorteilen und in schlechteren Zeiten Krisen sicher zu überstehen. Dabei bedingt es einem sehr offenen Mindset. Eine gute Finanzführungspersönlichkeit verfügt über ein ausgeprägtes Businessverständnis und schafft es in verschiedenen Szenarien zu denken. Daher bedingt es neben einem breiten Fachwissen auch einem ausgeprägten Generalistenwissen. In größeren Unternehmungen gilt es für den CFO finanzwirtschaftliche Risiken zu benennen und gegebenenfalls mit Finanzprodukten Absicherungen herzustellen.

– Ausbildung und Aufgaben des CFO

In einer klassischen Finanzabteilung gibt es folgende Departments:
– Controlling
– Accounting
– Treasury / Tax
– Compliance / SOX / Legal
Je nach Aufbau sind auch noch Teile der IT, bzw. der Business IT (ERP Systemcrew) beim CFO angehängt.
Gewisse Bereiche ändern sich fortlaufend (regulatorisches Umfeld), daher ist es wichtig, dass sich ein CFO fortlaufend weiterbildet. Etablierte Theorien, die er sich in der Ausbildung angeeignet hat, können zum Teil sehr schnell wieder überholt sein. Als Grundausbildung sieht man bei fast allen Führungskräften eine breit gefasste Betriebswirtschaftsausbildung als Grundstein. Vertiefungen in den einzelnen Finanzthemen oder aber auch eMBA’s werden von Recruitern jeweils gerne gesehen. Wichtig ist aber auch, dass bei all den Zahlen die soziale Kompetenz nicht auf der Strecke bleibt. Der Trend in der Wirtschaft zeigt, dass viele Finanzvorstände im Bereich Recht noch eine Vertiefung anhängen, oder aber auch den eher klassischen Weg eines Masters in Mathematik begehen.

– Maximierung der Rendite bei gleichzeitiger Minimierung des Risiko

Diesen Widerspruch gilt es aktiv zu managen. Gerade in der heutigen Zeit, wo Staatsanleihen häufig keinen Zins abwerfen ist die Renditenmaximierung ein aktuelleres Thema denn je. Es gilt gewisse Risiken einzugehen, sich diesen aber immer bewusst zu sein und sie regelmäßig zu tracken und neu zu bewerten. Bei Risiken unterscheidet man gemäß Schulbuch nach folgenden:

– Absolute Risiken die nur negative Auswirkungen haben
Diese werden meistens mit einer Versicherung abgedeckt

– Spekulative Risiken (können auch positive Auswirkungen haben)
Hier unterscheidet man zwischen einzelwirtschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Risiken. Gesamtwirtschaftliche lassen sich von den Unternehmen nicht steuern. Die einzelwirtschaftlichen Risiken dagegen ergeben sich aus Managemententscheidungen und können in Portfolios durch Diversifikation eliminiert werden.
Eine weiter Unterscheidung ist möglich in finanzwirtschaftliche Risiken, welche sich durch den Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten absichern lassen, oder leistungswirtschaftliche Risiken, die sich auf das operative Ergebnis auswirken und Maßnahmen im Unternehmen selber erfordern.

– Finanzwirtschaftliche Risiken
Zu diesen gehören:
– Marktrisiko: Aktien und Finanzprodukte unterliegen Marktpreisschwankungen
– Kreditrisiko: Vertragspartner erfüllen Verpflichtungen nicht
– Liquiditätsrisiko: Zahlungsunfähigkeit von Partnern oder zum Veräusserungszeitpunkt sind Produkte stark unter Kaufkurs

– Leistungswirtschaftliche Risiken
Hier gibt es grob kategorisiert zwei unterschiedliche Bereiche. Zum einen die Beschaffungsrisiken und zum andern die Absatzrisiken. Bei der Beschaffung können Inputpreise schwanken und auf dem Markt kriegt man nicht ein Leben lang dieselben Absatzpreise. Dem Absatzmarktrisiko kann mit langfristigen Verträgen und Marketingmassnahmen entgegengewirkt werden. Zu guter letzt gilt es auch die Betriebsrisiken zu managen. Unter diesem Begriff sind menschliche Fehler oder aber auch Betrug zusammengefasst. Diesem muss man mit Schulungen und Kontrollen entgegenwirken.

Risiken gänzlich zu vermeiden, ist nicht nur unmöglich, sondern auch sinnlos. Ohne Risiken ist ein Geschäftsbetrieb gar nicht denkbar. CFO’s müssen die Risiken aktiv bewirtschaften. Das heißt frühmöglich erkennen, danach zu kategorisieren und analysieren und Gegenmaßnahmen/Strategien vorzunehmen.

 

CFO, der Partner des CEO

Der CFO bringt sich bei der Strategiefindung stark mit ein. Er stellt Sollszenarien auf und hält das Ist Datenmaterial zusammen. Ein guter CFO bleibt nicht bei der Beschreibung einer gegenwärtigen Situation, sondern er fragt nach dem Warum und verknüpft verschiedene Informationen aus allen Bereichen zu einem Zukunftsplan (Vision). Durch sein rationelles Denken und die sozialen Fähigkeiten wird er vom CEO als Sparringpartner sehr geschätzt. Absolute Verschwiegenheit ist ein wertvolles Gut, welches ein CFO jederzeit bewahren sollte, gilt es doch des Öfteren heikle Entscheide vorzubereiten.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und bis zum nächsten Mal.

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