Innovationscontrolling


Innovation heisst wortwörtlich übersetzt Neuerung oder Erneuerung. Wirtschaft und Gesellschaft wandeln sich, wenn Produktionsfaktoren auf eine neuartige Weise miteinander verbunden und ausgenützt werden. Dabei kann eine Unternehmung technische oder organisatorische Neuerungen durchsetzen. Heutzutage ist es sehr wichtig, dass eine Unternehmung innovativ bleibt und sich nicht auf realisierten Erfolgen ausruht. Doch was hat das für einen Einfluss aufs Controlling? Werden doch in diesem vor allem betriebswirtschaftliche Zahlen und Zusammenhänge ausgewertet. Neuartige Controlling Ansätze besagen, dass Innovations-Controlling immer wichtiger wird. Dabei werden Innovationen in drei Sparten aufgeteilt: Prozesse, Produkte und Struktur.

– Prozessinnovationen:
Diese verbessern die Endqualität der Dienstleistung oder des Produktes.
z.B. Einsparung von Produktionstagen durch bessere Organisation der Produktionsstandorte/linien.

– Produktinnovationen:
Bringen neue Produkte und Dienstleistungen hervor.
z.B. Apples iPhone, wer hätte ums Jahr 2000 gedacht, dass man irgendwann einen grossen Teil der elektronischen Kommunikation auf einem Telefon vornimmt.

– Strukturinnovationen
Durch veränderte Strukturen können Synergieeffekte wahrgenommen werden.
Die gesamt Aufbauorganisation sollte stetig hinterfragt werden. Muss alles noch inhouse gemacht werden etc.?

Der Innovationsprozess läuft in drei Schritten ab: Ideenentwicklung, Realisierung und Markteinführung. Sehr wichtig ist es dabei, dass das Controlling schon von Anfang miteinbezogen wird. Hauptaufgaben sind dabei die Zielfindung, Transparenzschaffung und die Kontrolle der Wirtschaftlichkeit. Die Hauptaufgabe des Controllings ist auch im Innovationsprozess die Ermittlung messbarer Daten. Verschiedene Milestones müssen festgelegt werden und regelmässig gilt es gegenseitiges Feedback vorzunehmen (monatliches Reporting, Sitzungen etc.).

– Innovationskennzahlen

Anhand welcher Kennzahlen lässt sich Innovation aber nun wirklich messen. Ich habe hier einige mögliche Vorgehensweisen zusammengefasst für ein funktionierendes Innovationscontrolling:

– Meilensteine
Über Fortführung oder Einstellung eines Projekts entscheiden oftmals die Intervalle zwischen Meilensteinen. Meilensteine sind wichtige Ereignisse im Gesamtprozess. Normalerweise gilt es nach dem Erreichen eines solchen ein Fazit zu ziehen, Kennzahlen auszuwerten und über das weitere Vorgehen zu beraten.

– Target-Cost-Management
Bei diesem legt man sein ganzes Reporting und Handeln konsequent dem Markt aus. Die erlaubten Kosten eines Produktes werden basierend auf dem Endpreis der Dienstleistung/Produktes berechnet. Z.B. weiss man für ein Schlauchboot kriegt man auf dem Markt einen Verkaufserlös von 500 CHF. Diesem Endpreis wird nun die gesamte Wertschöpfungskette untergeordnet.

– Earned-Value-Methode:
Sie vereint Angaben zum Zeitrahmen, zu den Kosten und dem Projektfortschritt. Grundlagen dafür sind die Plan-, IST- und Sollkostenrechnung. Wenn man die verschiedenen Werte kombiniert ergibt sich ein gutes Gesamtbild über den weiteren Projektverlauf einer Innovation.

Bilanzierungsgrundsatz bei Innovationen

Innovationen können in die Bilanz aufgenommen werden. Dabei wird unterschieden zwischen dem nichtmonetären und monetären Verfahren. F&E Kosten müssen gemäss IFRS getrennt werden. Forschungskosten stellen dabei einen sofortigen Aufwand dar, während Entwicklungskosten auf der Aktivseite bilanziert werden. Damit die Entwicklungskosten auch aktivierbar sind, müssen sechs Merkmale erfüllt sein (IAS 38):

– Identifizierbarkeit
– Verfügungsmacht (macht sich den Nutzen aus dem Vermögenswert zu verschaffen)
– Künftiger Wirtschaftlicher Nutzen (wie Erträge oder künftige Kosteneinsparungen)

Identifizierbarkeit: Ein immaterieller Vermögenswert ist identifizierbar, wenn er: [IAS 38.12]
– separierbar ist (fähig getrennt zu werden und einzeln oder als Teil einer Gruppe verkauft, übertragen, vermietet oder getauscht zu werden) oder
– auf einer vertraglichen oder rechtlichen Grundlage beruht, unabhängig davon, ob das Recht übertragbar oder von dem Unternehmen oder seinen sonstigen Rechten und Pflichten separierbar ist.

Fazit:

Ist eine Unternehmung innovativ und lässt neue Ideen zu, ist schon einmal ein sehr guter Grundstein gelegt für eine erfolgreiche Zukunft. Wird dieser Prozess von der Geschäftsleitung und dem Controlling auch noch gewinnbringend begleitet, steht einem erfolgreichen Tun nichts mehr im Weg. Wird das Controlling aber vernachlässigt, kann es geschehen, dass man sich in Ideen verliert und gewisse Sachen wirtschaftlich gar nicht machbar sind, bzw. sich bezüglich ROI nicht rechnen. Der Controller seinerseits ist auch sehr gefordert, da er über eine kreative Vorstellungskraft verfügen muss und die innovativen Leute verstehen muss. Wo steht die Welt wohl in 10 Jahren? Innovativ betrachtet würde ich sagen, dass wir dann nicht mehr selber Auto fahren müssen, wetten? 🙂

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